2026

Apr
26

HCL Notes & Domino: "Legendary, not legacy!"


Vom 21.04. bis 22.04.2026 fand im ostflämischen Gent die jährliche Konferenz der Engage Usergroup statt. In der Planet Group Arena, Heimat des belgischen Fußballvereins K.A.A. Gent trafen sich Kunden, Business Partner und HCL Mitarbeitende um sich über die Neuerungen rund um die HCL Produktwelt zu informieren. Mit über 70 Speakern an zwei Tagen mehr als ein randvolles Programm. Die Bandbreite der Session reichte von den klassischen Admin- und Entwicklerthemen bis hin zu Fragen rund um Unternehmensführung und Transformationsprozesse.

Am Vortag der Konferenz, lud HCL Business Partner und Konferenzteilnehmer zu einer Reihe von Workshops in ein Hotel im Stadtzentrum ein. Dort bekräftigte Tim Clark, Head of Product Management Domino+, dass entgegen dem was man häufig im Netz lesen kann, Domino absolut keine technologische Altlast, sondern die solide und inzwischen legendäre Basis für viele erfolgreiche Unternehmen sei: "Lengendary, not legacy!"

Während in den letzten Jahren viele Unternehmen und staatliche Organisationen, bedenkenlos alle ihre Daten und Anwendungen an die bekannten Cloud-Dienste übertragen und sich damit in eine strategische und operative Abhängigkeit begeben haben, sehen wir jetzt eine Gegenbewegung. Die diversen juristischen und technischen Zugriffsmöglichkeiten der US-Regierungseinrichtungen in Verbindung mit einem als völlig unberechenbar eingestuften Präsidenten lassen "Sovereign IT" plötzlich wieder zu einem Thema werden.

Für uns als GFI eine Bestätigung unseres Kurses der letzten Jahre, der sich nicht nur in unserem Hosting-Angebot (neudeutsch: "Private Cloud"), sondern auch der Vielzahl der Eigenentwicklungen von Software im Notes/Domino- und SAP-Umfeld zeigt.

HCL setzt daher auch weiterhin konsequent auf die Notes/Domino-Plattform. Neben einem völlig neuem Produkt namens "HCL Domino Workplace", wurden in den letzten Jahren Funktionen, die der vorherige Eigentümer der Notes/Domino-Produkte IBM einst völlig planlos aus Domino heraus in Richtung Websphere Server und DB/2-Datenbank verlagert hat, zurückintegriert. Damit einhergehend reduzieren sich Administrations- und Infrastrukturaufwand deutlich.
Neue Partnerschaften wie bspw. mit dem deutschen Hosting-Unternehmen IONOS und Collabora, die eine Libre Office-Variante mit Schwerpunkt Co-Editing im Browser entwickeln, machen deutlich, dass man das Thema Unabhängigkeit von den großen Cloud-Anbietern wie Google und Microsoft Ernst nimmt. Dazu wird mit Collabora eine langjährige Baustelle abgeschlossen. Nutzerinnen und Nutzer der Collaboration Plattform HCL Connections bemängelten seit Langem, dass das integrierte IBM Docs in Sachen Kompatibilität und Funktionalität nicht mit Microsoft Office Online mithalten konnte.

Was aber auch deutlich wurde: Der von vielen Kunden erwartete "Big Bang" in Sachen Notes Client wird auch in naher Zukunft ausbleiben. Hier und da gibt es Verbesserungen. Die Mac-User dürfen sich mit der Version 14.5.1 auf eine drastisch verbesserte Performance des Notes-Clients freuen. Mit der Version 2027, die erstmals nativ für die Apple Silicon Chips entwickelt wird, dürfte sich da nochmals etwas tun. Im Umkehrschluss heißt das aber auch: Intel Macs werden nicht nur keine weitere Version ihres Betriebssystems erhalten, sondern verbleiben auf Notes 14.5.1 (2026).

Neben "Sovereign IT" dominierte vor Allem ein Thema die Veranstaltung: Künstliche Intelligenz und dies gleich von zwei Seiten. Zum einen natürlich, wie Unternehmen mit Domino IQ und anderen Lösungen ihre teils seit Jahrzehnten gesammelten Daten mit KI besser nutzbar gestalten. Aber auch aus Sicht der Entwicklerinnen und Entwickler wurde KI näher beleuchtet. Egal, ob Anwendungsentwickler mit KI in Zukunft schneller Notes- und Webanwendungen erstellen können, oder wie HCL bei der Weiterentwicklung des Produkts konsequent auf KI setzt. CTO Jason Roy Gary sprach von einer Effizienzsteigerung von 600% bei der internen Anwendungsentwicklung. Zusammen mit einer beeindruckenden Demo, in der Jason eine KI eine Notes-Anwendung auf Basis eines Promptes erstellen ließ, keimte natürlich sofort die Hoffnung auf, dass KI vielleicht auf dabei helfen könnte, einen Teil des sehr langen Backlogs in der Weiterentwicklung des Notes-Clients abzuarbeiten. Wir alle sind gespannt!
Wieder einmal wurde uns Notes-Entwicklern klar, dass der Schlüssel für moderne Applikationen auf Basis von Lotus Notes/Domino bei uns liegt. Die Möglichkeiten des seit 1989 verfügbaren Notes-Clients sind lange noch nicht ausgeschöpft. Und wenn es "etwas mehr" sein soll, dann können Notes-Entwicklerinnen und -entwickler auch auf Web-Technologien als Ergänzung oder kompletten Ersatz wechseln.

Mit der kompletten Neu-Entwicklung unserer SNS-Anwendungsfamilie, bestehend aus u.a. einem CRM, einem Ticketsystem und einer Erfassungslösung für Projektzeiten, sind wird ab 2020 konsequent diesen Weg gegangen. Wer nicht möchte, dass seine 30 Jahre alte Applikation auch genau so aussieht, wird früher oder später nicht daran vorbeikommen, endlich den Investitionsstau aufzulösen. Aufgrund der mehr als legendären Langzeit-Verfügbarkeit, der niedrigen TCO und Stabilität der Platform auf jeden Fall der wesentlich sinnvollere Weg, als sämtliche Daten und Applikationen auf eine neue Plattform zu migrieren, von der keiner weiß, ob diese in drei Jahren noch existieren wird. Dazu muss auch klar gesagt werden, dass eine Migration beim Allem, was etwas komplexer als eine Dokumentenbibliothek oder ein Wiki ist, eine Neuentwicklung bedeutet. Mit sehr viel Glück und Geld hat man nach Projektabschluss dann den Funktionsstand der vorherigen Notes-Lösung.

Setzen Sie auch auf HCL Notes/Domino für ihre Geschäftsanwendungen und haben das Gefühl, dass da eigentlich mehr gehen müsste? Möchten Sie ihre Notes-Anwendungen mit Collaboration-Plattformen wie Microsoft 365 oder Slack verbinden? Lassen Sie uns reden!

Marc-Oliver Schaake

Geschäftsführung - Consulting - Projektmanagement - Development
Lotus Notes Consultant & Entwickler seit 1995
  • SAP to Notes-Projekte
  • Verantwortlich für Produktentwicklung